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Ab auf die Loipe! Die Tipps der Expertin

Langlaufen ist vielseitig und eignet sich für Jung und Alt. Céline Melcher-Fähndrich, Geschäftsführerin von Fähndrich Sport in Pontresina, kennt Tipps und Tricks für Neulinge.
Einstieg
Jung, alt oder jederzeit?
Das Schöne am Langlaufsport: Es ist nie zu spät, um damit zu beginnen! Doch der Einstieg fällt in jungen Jahren sicher leichter, da Kinder die Technik spielerisch lernen und automatisieren. Aber gerade der klassische Stil eignet sich für ältere Menschen. Er ist gelenkschonend, und die Intensität lässt sich gut dosieren. Eine gute klassische Technik ist zwar hohe Kunst, dennoch gut geeignet, weil Skating punkto Gleichgewicht schwieriger ist.
Erste Schritte
Kurs oder Selbstversuch?
Langlaufen sieht einfacher aus, als es ist. Besonders, wenn man Topathletinnen und -athleten zuschaut, die mit idealer Technik alles mühelos aussehen lassen. Um dies zu lernen, empfehle ich zu Beginn einige Stunden Coaching. Sonst besteht die Gefahr, dass sich Fehler einschleichen, die man nur schwer wieder loswird. Ebenfalls empfehle ich, Skating und Klassisch auszuprobieren. Manchmal gelingt die eine Disziplin besser als die andere.
Kleidung
Nice to have oder wirklich nötig?
Was nicht fehlen darf, sind Handschuhe, etwas, um die Ohren zu schützen, und eine Brille. Sonst – und das ist das Schöne am Langlaufen – braucht es nichts Spezielles. Bewegungsfreiheit und Klimamanagement sind wichtig. Funktionsunterwäsche und eine Softshelljacke und -hose wären ideal. Aber so wie man im Winter joggen oder laufen gehen würde, kann man auch auf die Loipe. Langlaufen beansprucht wenig Zeit – 30 Minuten sind schon sehr effizient.
Ausrüstung
Budget- oder Luxusmodell
Essenziell sind Ski, Schuhe und Stöcke. Diese werden oft als Package verkauft oder vermietet. Das Wichtigste: Die Ski müssen auf Grösse und Gewicht angepasst sein. Es gibt bereits für zwei- bis dreijährige Kinder passende Modelle. Ich empfehle eher Kauf als Miete. So hat man das Material stets zur Hand. Die Kosten: 800 bis circa 1300 Franken. Lieber gebrauchtes gutes Material kaufen als neues und dafür schlechtere Qualität. Diese Ausrüstung hält jahrelang.
Ernährung
Davor, danach und unterwegs
Zuerst einmal muss man sich bewusst sein: Der Körper braucht in der Kälte sehr viel Energie und Flüssigkeit. Gut genährt in eine Session zu starten, ist ratsam. Auf Loipen in nicht stark frequentierten Gebieten empfiehlt es sich, immer einen Bidon oder gar einen speziellen Trinkgurt dabeizuhaben. Idealerweise gefüllt mit warmem und leicht gesüsstem Tee. Gut zum Mitnehmen sind auch Riegel und Gels, falls man länger unterwegs ist als erwartet.
Wachsen
Wie, wie oft und womit?
Es gibt einfache und gute Varianten, um Langlaufski selbst zu wachsen. Ein Flüssigwachs-Set für Neueinsteiger ist in Sportfachgeschäften ab 45 Franken erhältlich. Je öfter gewachst wird, desto besser – zu viel geht nicht. Wenn der Ski ab und zu mit Flüssigwachs behandelt wird, reicht wachsen mit Heisswachs nach rund 300 Kilometern. Wenn sich Schneebeschaffenheit und Temperaturen stark verändern, sollte man früher nachwachsen.
Tücken & Gefahren
Hier ist Vorsicht geboten
Die Verletzungsrisiken beim Langlaufen sind gering. Der ganze Körper wird beansprucht – und das ohne Schläge auf die Gelenke. Doch wer sich überschätzt, weder ein gutes Gleichgewicht hat noch bremsen kann und dennoch eine schnelle Abfahrt wagt, der hat ein Sturzrisiko. Was wir ausserdem in den Kursen ab und zu sehen: Handgelenksverletzungen von Stürzen nach hinten aus Unachtsamkeit. Auf höherem Niveau ist das jedoch nicht mehr der Fall.