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Zehn Fragen an... Solo Solinski, der Surf-Pro

Vom Flachland in die Berge: Martyn Van Soolingen, aka Solo Solinski, lebt seit über 20 Jahren im Engadin und hat sich voll und ganz dem Freestyle verschrieben. “Als ich erfuhr, dass man im Engadin sowohl Skifahren als auch Surfen kann, wusste ich: dort muss ich hin.“ Egal ob auf dem Schnee oder auf dem Wasser, Solo liebt den Kick auf dem Brett.

1) Du kommst aus Holland, flacher gehts nicht. Was hat dich dazu bewegt, in den Bergen, im Engadin, zu bleiben?

Seit ich fünf Jahre alt bin, reise ich über die Weihnachtszeit in die Alpen zum Skifahren. Schon damals habe ich die Berge geliebt und war immer ein wenig traurig, wenn es zurück ins flache Holland ging. Bereits als Kind wusste ich, dass ich irgendwann in die Berge ziehen und im Winter Skiunterricht geben möchte. Ich habe in Holland Sport studiert, um mir den Traum vom Leben in den Bergen und am Meer zu verwirklichen. Als ich später in der Karibik lebte und erfuhr, dass man im Engadin sowohl Skifahren als auch Surfen kann, wusste ich: dort muss ich hin!

2) Du lebst mit deiner Familie auf dem Camping Silvaplana. Was reizt dich daran?

Während meiner Zeit als Skilehrer im Winter und Surflehrer in der Karibik und in den USA im Sommer sowie als Punkterichter auf der Kite- und Windsurf-Welttour, bin ich zwar viel gereist, habe jedoch nie wirklich viel Geld verdient. Vor etwa 20 Jahren ergab sich die Möglichkeit, auf dem Campingplatz zu arbeiten, diese Gelegenheit konnte ich nicht ausschlagen. Auf dem Camping Silvaplana zu leben, bietet alles, was ich liebe: Direkten Zugang zum Wasser und eine Fülle von Freizeitmöglichkeiten wie den Freestyle-Garten, Tennisplätze oder Beachvolleyball. Auch für meine Freundin und unsere vierjährige Tochter ist es perfekt, denn ich wohne nur wenige Minuten von der Arbeit entfernt und meine Tochter kann ihre Freizeit in einem Paradies geniessen.

3) Würdest du dich als Freespirit bezeichnen? Was bedeutet für dich Freestyle?

Ich liebe das Leben. Ich liebe Sport... und Freestyle-Sportarten! Ebenso liebe ich die Natur. In dieser Hinsicht war das Leben immer gut zu mir und ich habe das Glück, viele meiner früheren Träume heute leben zu dürfen. Jede Sportart, die ich ausprobiert habe, habe ich auf die Freestyle-Art genossen, sogar Teamsportarten. Für mich ist es wichtig, dass alle Beteiligten Freude am Sport haben. Das macht alles zu einem Abenteuer, selbst wenn das Wetter einmal nicht mitspielt. Das ist für mich Freestyle.

4) Wie bist Du zum Surfen gekommen?

Mein Vater liebte das Segeln, doch meine Mutter hatte immer Angst davor, mit dem Segelboot in den Hafen zu fahren. Bei einer Bootshow im Jahr 1978 sahen sie dann jemanden Windsurfen und stellten fest, dass man bei dieser Aktivität gar nicht in den Hafen fahren muss. So begann unsere Windsurf-Reise.

5) Welche Momente auf dem Surfbrett wirst Du nie vergessen?

Die unvergesslichsten Momente auf dem Surfbrett erlebte ich in den grossen Wellen im Westen Australiens, den "Tubes" Balis, den kleinen Wellen Hawaiis, beim Tow-in Surfing in Portugal, den Flusswellen in St. Moritz und beim Surfen mit einer Legende in Santa Cruz.

6) Was sind deine Tipps für alle, die Windsurfen/foilen, kiten etc. lernen möchten?

Ich würde empfehlen, zuerst einige YouTube-Videos anzuschauen, um einen Eindruck vom Sport zu bekommen. Danach sollte man eine Lektion bei einer offiziellen Wassersportschule nehmen. Die leidenschaftlichen Instruktoren dort werden ihre Begeisterung bestimmt weitergeben. Nach 3-5 Tagen Unterricht merkt man schnell, ob einem der Sport gefällt oder nicht. mit einem Freund macht es noch mehr Spass! Wichtig ist gutes Equipment, auch wenn man es von Freunden lernt.

7) Was sind deine 5 Lieblingssurfspots?

  1. Silvaplanersee: seit 20 Jahren mein Zuhause. Der Malojawind auf 1800 Metern Höhe ist etwas ganz Besonderes und auf jeden Fall ein "Must" für jeden Sommer! Obwohl der Wind nicht der stärkste ist, bietet der See perfekte Bedingungen für Sportarten wie Kitesurfen und Wingfoilen.
    2. Cabarete, Dominikanische Republik: 10 Jahre habe ich dort gelebt habe und war begeistert von den Wellen am Morgen und Wind am Nachmittag.
    3. Kapstadt, Südafrika: fantastische Wellen und Wind sowie eine atemberaubende Landschaft.
    4. Westküste Australien: traumhafte Wellen, eine unberührte Natur und ein grossartiges Klima.
    5. Comersee, Italien: Ein idealer Ort zum Surfen. Es ist angenehm warm und vom Engadin aus leicht zu erreichen. Zudem geniesse ich dort das "Bella Vita"!

8) Im Winter bist Du als Ski- und Snowboardlehrer unterwegs. Trifft man dich auch in der Pipe oder im Park?

Seit ich auf dem Schnee unterwegs bin, suche ich nach Sprüngen, Buckeln und kleinen Waldwegen. Als die ersten Snowparks entstanden, habe ich viel Zeit dort verbracht. Ich liebe die Sprünge und wollte diese Leidenschaft auch mit meinen Gästen teilen, egal ob jung oder alt. Deshalb zeige ich ihnen den Park und auch das Skifahren abseits der Pisten, wenn sie sich das zutrauen. Ich liebe es auch, den Profis zuzusehen, das motiviert mich, selbst neue Tricks auszuprobieren – solange sie nicht zu extrem für mein Niveau sind. 🫣😜 Ich bin so glücklich, dass es endlich wieder eine Halfpipe im Engadin gibt!

9) Was fehlt deines Erachtens noch im Engadin, um für Freestyler:innen noch attraktiver zu werden?

Eine Indoor Freestyle-Halle. Es ist natürlich super, dass wir so viele Möglichkeiten haben, um Freestyle-Aktivitäten draussen ausüben zu können, aber an den Tagen, an denen das Wetter nicht so schön ist, gibt es weniger Möglichkeiten, Sport zu treiben. Der Serlas Kletterpark hat eine schöne Kletterhalle und eine Bowlingbahn, das finde ich super. Aber ein Indoor-Trampolinpark oder eine Indoor-Eishalle wären natürlich auch cool!

10) Wirst Du an der Freestyle-WM eine aktive Rolle einnehmen? Wo wird man dich antreffen im März 2025?

Bei der Freestyle-WM im Engadin werde ich eine aktive Rolle als Starter bei den Slopestyle, Halfpipe und hoffentlich auch Big Air Disziplinen spielen. Ich freue mich darauf, alle Wettbewerbe mit meiner Tochter zu verfolgen und ihr meine Leidenschaft weiterzugeben.